03.07.2011, Lemberg Familientag

Familientag am Lemberg am 03.07.2011

 

Bei idealem Wanderwetter, kühl und trocken, fuhren zahlreiche Autos auf dem Waldparkplatz vor. Immer mehr energiegeladene Hovawarte entstiegen den Kombis und sahen sich nach geeigneten Sparringspartnern um. Ein hundeloser Mensch kam zu Organisator Rolf Hambalek und fragte, bei wem er denn die 8 € bezahlen könne. Wie bitte? Die Wanderung ist doch kostenlos! Nein, hier stehe es, im Flyer. Des Rätsels Lösung: zur gleichen Zeit am selben Ort traf man sich auch zur Märchenwanderung. Na, falls sie noch einen Wolf für Rotkäppchen gebraucht hätten, hätten wir aushelfen können!

So aber versuchte Dieter Lang, die Aufregung unter den Hunden mit ein paar Runden Unterordnung zu dämpfen, bevor wir aufbrachen. Von den 17 Hovawarten (und 2 Corgis) waren etliche Rüden im besten Flegelalter. Losgelassen auf dem Waldweg knallte es leider auch gleich mal. Da muß man als Hundeführer abschätzen, ob man seinen Lümmel bereits ableinen kann oder lieber noch ein Weilchen an der Leine abdampfen lässt.

Auf dem weiteren Weg lief es dann friedlicher ab. Nicht jeder Hovi bleibt bei seinen Menschen, wenn es doch gilt, die Spitze der Kolonne zu checken. Da war doch so eine süße Blondine, und der Schwarzmarkene dort vorne, den kenn ich noch nicht... Aber irgendwie gab es trotzdem keine Probleme mit anderen Waldnutzern. Nur ein vermutlich professionell übellauniger älterer Herr passierte die lange Reihe brav absitzender Hunde mit dem Gebruttel, wir gehörten alle verboten.

Auf einer Waldlichtung bot sich die Gelegenheit zum Ringtraining. Dieter Lang erklärte, wie man seinem Hovi den Auftritt im Schauring als Spiel verkauft, denn nur ein lockerer, gut gelaunter Hund präsentiert seine Schokoladenseite. Das Tempo muss auch stimmen, damit Hovi flüssig trabt und nicht im Passgang dahinschaukelt. Zähnezeigen will geübt sein (nicht nur von Frauchen daheim im stillen Kämmerlein), hund muss sich anfassen und abtasten lassen an allen noch so intimen Stellen. Da macht Übung den Meister.

Es ging zügig auf Mittag, nun marschierten wir sehr flott Richtung Naturfreundehaus in der Hoffnung auf ein leckeres Essen. Obwohl uns die Spitzengruppe unerklärlicherweise völlig abgehängt hatte, fährtete das Peleton erfolgreich hinterher. Verpasst hatten wir nicht viel. Die ehrenamtlich tätige Küchenmannschaft der Gaststätte war total überfordert, die Speisekarte schrumpfte auf „Maultasche mit ohne Kartoffelsalat“ und Kuchen, wofür man lange anstehen musste. Aber sowohl in der Warteschlange als auch an den Tischen konnte man sich ja dem Lieblingsthema Hovawart widmen.

Wenn ich mir übrigens (selber im Besitz einer inzwischen einigermaßen „vernünftigen“ 6-jährigen Hündin) so anschaute, wie unruhig manche Hunde nach der Wanderung noch waren, so sollte man mindestens wöchentlich Stammtischtraining anbieten. Aber jeder fängt mit einem stürmischen, ungebärdigen Junghund an, und gerade beim Hovi braucht es jahrelange, intensive, konsequente Führung, um in der Öffentlichkeit positiv aufzufallen. So kann ich allen Teilnehmern nur empfehlen, nächstes Jahr wieder mitzukommen. Dann werden wir uns auch vorher definitiv zum Essen anmelden – versprochen!

Almut Rosenfelder