
Schon lange wollten wir gerne mal am Hovitreff Frickenhausen teilnehmen, doch immer kollidierten andere wichtige Termine damit. Nun endlich konnten wir uns anmelden.


Birgit Pfeiffer hatte gemeint, sie hätten bisher IMMER gutes Wetter gehabt, tauglich zum Grillen. Als wir am 13. Januar von der strahlenden Sonne auf den Höhen des Schurwaldes abtauchten in die fiese kalte Nebelsuppe des Neckartals, bereute ich schon, die schwere Kamera mitgeschleppt zu haben. Was nützt ein Tele-Objektiv, wenn man kaum die Hand vor Augen sieht? Aber offenbar hat Birgit gute Verbindungen nach oben, denn schon am Treffpunkt ?Kelterplatz? lichtete sich der Nebel. Im Konvoi fuhren wir noch ein Stück weit in die Obstbaumwiesen und suchten einen Parkplatz rund ums ?Stückle?.
Erst mal an der Leine zerrten unsere drei Mädels gänzlich ungeniert zur Begrüßung: es wartete die ?sm-Fraktion? mit Platzhirsch Rondo, Bono (den wir von einigen Übungsstunden bei Frau Fetzer kennen) und Anthea sowie eine blonde Hündin, deren Namen ich leider nicht aufgeschnappt habe. So ein Treffen ist übrigens auch eine gute Gelegenheit für Welpeninteressenten, Hovis mal ?live? und ?unplugged? zu erleben, wie eine noch hundelose Mitwanderin feststellte. Kaum ging es los zum Spaziergang, konnten auch schon alle von der Leine. Alle? Ein kleiner Corgi namens Agnes musste seine Viehtreibergene zügeln, denn sie mischt zu gerne auf und feuert unsere ohnehin sehr stürmische Qiara noch mehr an...
Der große Vorteil einer Hovigruppe ist, daß der eigene Hovi unter anderen Hovis nicht so auffällt. Da benimmt er sich eigentlich normal. Er rennt keine kreischenden Kleinhunde um Haaresbreite über den Haufen, er wirft keine Rottweiler um, er hetzt keine entgeisterten Jack Russell Terrier über´s Feld ? er ist ja unter Gleichgesinnten! Die anfängliche Energie baute sich auf dem ersten ?Steilanstieg? schon ab (die mitlaufenden Kinder waren bereits dem Zusammenbruch nahe), und fortan lief man zwar lebhaft schnüffelnd und hellwach, aber friedlich im Rudel.

Selbst für Menschen zeigten die hemmungslos umgepflügten Wiesen, daß der Wald wohl voller Wildschweine sein muß. So wollte wohl der eine oder andere Hovi sich noch etwas für auf den Grill besorgen, drehte aber folgsam auf Abruf wieder um. Statt eines Wildschweins trafen wir etwas anderes: rot, große spitze Ohren, buschiger Schwanz kam er uns mitten auf dem Weg entgegen. Wie, so ein dreister Fuchs? Erst bei näherem Hinsehen erkannte ich den Shiba Inu, der sehr souverän der neugierigen Nasenkontrolle durch Qiara standhielt.
Nach der ersten großen Schleife durch die Obstbaumwiesen mit herrlichem Blick über die weite Landschaft waren die Hunde schon merklich abgedampft. Bei Begegnungen mit Spaziergängern liefen alle brav bei Fuß, und sogar für ein Gruppenbild fand man sich zusammen (?Lächeln! Zunge rein!?).
So ein Rudelspaziergang fordert einem Hund jede Menge Kommunikation ab, ständig beobachtet und reagiert er auf Signale der Genossen. Mit wem kann ich eine Runde fetzen gehen, wo sollte ich artig den Blick senken, an wem könnte ich ein bissele mein Mütchen kühlen? Das macht müder als zwei Stunden normaler Spaziergang. So war es auch keine Strafe, daß bei der Rückkehr ans Stückle die Hunde an die Leine kamen, um Streitigkeiten um die Besitzrechte an Grund und Boden oder Grillgut auszuschließen. Angeleint war Qiara nun auch soweit gedrosselt, daß Bono endlich eine kesse Sohle mit ihr auf´s Parkett legen konnte. Es gefiel ihm sichtlich, mit den albernsten Hopseren und artistischen Sprüngen vor ihr herumzutanzen, sich ihr schmachtend vor die Pfoten zu werfen oder Ringelreihen zu tanzen. Tja, so mag man die Blondinen!


Am flackernden Lagerfeuer blieb noch Zeit für einen angeregten Schwatz, bevor wir dann doch aufbrechen mussten ? da wartete noch eine Geburtstagsfeier auf uns...
Wir freuen uns auf die nächste Gelegenheit, wieder mal einen anschließend richtig müden Hovawart genießen zu können und danken ganz herzlich für die Gastfreundschaft!
Almut + Ottmar Rosenfelder







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