
Inzwischen ist sie eine feste Einrichtung, auf die man sich Ende Januar freuen kann. Dieses Jahr trafen sich 20 Hovawarte (inklusive zweier Ehren-Hovis) zu einer ausgiebigen Runde. Als erste Hürde musste man vom Auto über den spiegelblank vereisten Parkplatz zum griffigen Schnee am Rand gelangen. Da zeigte sich, dass Hovawarte ungeachtet ihres Temperaments durchaus mal anständig sein können ? keinen hat es gelegt!
Obwohl wir noch geraume Zeit auf eventuelle Nachzügler warteten, gab es keinerlei Stress unter den Hunden, im Gegenteil. Dieter Lang gab den vielen ?Ersttätern? noch ein paar Verhaltensregeln für den Fall von Streitereien mit auf den Weg, dann durften nach wenigen Metern schon alle Hunde von der Leine.
Strahlende Sonne, Schnee, Frost ? genau das ideale Wetter für diese Unternehmung! Die Hunde rasten los, übermütig zwischen den bizarren Felsen hindurch, die Böschungen hinunter, hier neue Kumpels beschnüffeln, dort mal eine Markierung hinterlassen, es war sehr aufregend. Unsere sonst eher behäbige Corgi-Mama duckte sich stillschweigend, als die Wilde Jagd direkt auf sie zugeschossen kam. Mehrere Hovawarte segelten hintereinander über sie hinweg, Foxy öffnete die Augen und wackelte weiter. Sie kennt das ja...
Schon ein Hovawart ist ein prächtiger Anblick, aber gleich ein so großes Rudel ist schlicht eine Augenweide. Und das Schönste: abgesehen von kurzen Maulern herrschte absolut soziales Miteinander. Keiner suchte Streit, und wenn es mal etwas zu wild wurde, beschwerte man sich und gut war?s. Bei all den galoppierenden Hunden fand ich es bemerkenswert, dass kein Mensch umgerempelt wurde. Auch an unserer Qiara schätze ich es sehr, dass sie selbst im wildesten Überschwang weder in meine Kniekehlen noch vor meine Schienbeine schleudert ? da kenne ich ganz andere Hunde!
Auf dem ?Appellplatz? (die erste große Ebene im Felsenmeer) bildeten wir einen großen Kreis und liefen etwas Unterordnung. Beim Slalom um die frei abgelegten Hunde bleckte Corgi Agnes jeden herzhaft an, der ihr mehr als einen kurzen Blick zuwarf, blieb aber sitzen. Wer?s nötig hat!
Das weite Tal bot anschließend wieder Raum für Rennorgien, zumal kaum andere Spaziergänger unterwegs waren. Zwei Tage zuvor hatte heftiger Regen auf dem gefrorenen Boden große Eisflächen entstehen lassen. So im Spiel mit anderen war es auch für weniger mutige Hunde nicht schlimm, darüber zu schlittern. Schon wieder was gelernt!
Als Anregung für die sinnvolle Beschäftigung der Hovawart-Nase gab es Führersuche für jeden. Der Hund sollte nicht zugucken, wohin sein Mensch entschwand. Nur, wie verhindert man das, wenn Hund sich windet und dauernd ?spickelt?? Das nächste Mal sollte man für diesen Zweck einen Sichtschutz mitnehmen... Davon abgesehen fanden natürlich alle Hunde ihre Menschen mühelos.
Der Rückweg durch den Wald offenbarte eine weitere angenehme Eigenschaft der Hovis: keiner musste auf Wildspuren ins Unterholz entschwinden, alle blieben gut bei der Gruppe.
Nun gab es eine zweite Sondereinlage. Kerstin Lang zeigte ihrer Gruppe den Umgang mit einem Preydummie, Dieter Lang erklärte, was auf einer Ausstellung gefordert ist. Der Waldweg wurde zum Catwalk, wo jeder sich mühte, einen aufmerksam trabenden Hovi zu präsentieren. Dafür muß auch der Mensch ganz ordentlich traben, Hovis haben lange Beine.
Nach gut zwei Stunden kamen wir hungrig (Menschen) und angenehm ausgetobt (Hunde) zum Parkplatz zurück. Hier durften die Hunde für ein Nickerchen ins Auto, während die Menschen die verbrauchten Kalorien bei leckerem Essen wieder auffüllten. An Gesprächsstoff mangelte es nicht.
Nach und nach brachen die meisten auf, bis der harte Kern noch eine private Sonderleiter-Schulung durch Langs bekam. Anhand einer Liste ähnlich der eines Hochzeitsplaners gingen wir durch, was man wie lange im Vorfeld einer Ausstellung zu tun hat, wie der Tag selber läuft und was in der Nachbereitung zu erledigen ist. Man kann nicht sagen, man hätte uns nicht gewarnt! Aber mit derartig guter Vorbereitung und im Wissen, jederzeit kompetente Unterstützung zu bekommen, kann man diesen Job schon mal übernehmen.
Herzlichen Dank an Familie Lang, die wieder einen wunderbaren Tag organisiert hatte, und herzliche Grüße an alle netten Mitwanderer und ihre durch die Bank weg angenehmen Hovawarte ? wir sehen uns bestimmt wieder!
Almut Rosenfelder für die RG Süd
Bilder von Almut Rosenfelder und Albert Laib
























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