
Hovawartmenschen sind hart im Nehmen, aber trotzdem waren alle froh, dass nach zwei Tagen Dauerregen pünktlich zur Wanderung in Schwabbach Kaiserwetter herrschte.
Das Begrüßungsgedöns dauerte aus Sicht der Hunde mal wieder viel zu lange, doch schon vom Start weg durfte die Meute rennen. Die ersten Getreidefelder links und rechts des Weges hatten etwas auszuhalten ? ich hoffe, die Saat erholt sich wieder! Auch ein Feldhase wird diesen Tag nicht so schnell vergessen. Er wartete mit dem Aufspringen, bis ein ahnungsloser Hovawart ihm auf den Bommelschwanz trat, dann aber ging die Hatz doch über einige Sekunden. Zum Glück bekam der Großteil der 17 Hunde den Anlass der Jagd gar nicht mit und drehte nur eine fröhliche Runde, bevor sie dem Abrufen Folge leisteten. Nach diesem Anfangstumult spielte sich die Marschordnung friedlich ein.
Unsere Lieblinge schätzen bekanntermaßen das feuchte Element. So kühlte man sich die Beine im Entwässerungsgraben oder in der riesigen Pfütze, die der Regen der Vortage auf dem lehmigen Acker hinterlassen hatte. Ein Hund, der nach glaubhaften Angaben seiner Besitzer auch ein Hovawart sein soll, glich nach ausgiebigem Wälzen im Lehm mehr einem Erdferkel. Reuig versuchte er prompt, den Dreck an den Hosenbeinen seiner Menschen wieder loszuwerden. Es reichte aber nur zur gerechten Verteilung an alle Beteiligten.
Blühende Obstbäume, frisch frühlingsgrüne Wiesen, der Waldrand mit jungem Laub und die herrliche Weitsicht über das Hohenloher Land waren ein ganz besonders schönes Ambiente zum Wandern. Dazu jede Menge nette Gesprächspartner ? da hatte mancher seinen Hund nicht immer im Blick. Trotzdem gab es nur sehr vereinzelt Korrekturbedarf, weil mal zwei Jungrüden kurz den Stänkerer geben mussten oder ein Hund wenigsten drei Meter weit ins Unterholz preschen musste. Die Begegnungen mit anderen Wanderern mit und ohne Hund verliefen jedenfalls gesittet. Die Passanten kamen aus dem Staunen über so viele schöne und brave Hunde gar nicht heraus.
Völlig überraschend erwartete uns in den Weinbergen eine Tankstelle für Mensch und Tier. Schnell waren Tische und Bänke aufgestellt, Kaffee und kalte Getränke und natürlich Wasser für die Hunde ausgepackt. Danke den edlen Spendern für diese sehr angenehme Bewirtung! Von dieser Rast aus wurde auch dem Sportheim telefonisch mitgeteilt, welche Essen gewünscht wurden. Was wären wir bloß ohne Technik...
Frisch ausgeruht ging es über Wiesen und durch Weinberge zurück zum Ausgangspunkt. Der Biergarten des Sportlerheims wurde mit Beschlag belegt, ringsum lagerten die Hunde, die zahlreichen Kinder entschwanden auf den Spielplatz. Dank der Vorbestellung musste auch fast niemand verhungern, bis sein ?Blootz? kam. Für Nicht-Schwaben: ein ?Blootz? ist eine Art Mittelding zwischen Flammkuchen und Pizza und SEHR lecker!
Eigentlich waren ja alle Hunde wenigstens ein bisschen müde, aber Hovawarte sind nun mal Wachhunde. Man glaubt ja nicht, in welchen Verkleidungen der Feind sich anschleicht. Aber sowohl die drei Alpakas an der Leine als auch die Ponykutsche und ein Nicht-Hovawart wurden auf der Stelle enttarnt und gemeldet, bevor man friedlich weiterdöste.
Mit Fachsimpeln und Erlebnisaustausch hätte man es schon noch eine Weile gut aushalten können, aber angesichts teils weiter Heimfahrten löste sich die Gruppe am frühen Abend auf. Ganz herzlichen Dank an Heike und Stefan Fröhlich, die wieder die Organisation übernommen hatten und uns so ein Treffen mit lieben Freunden ermöglichten. Ich denke, es hat allen prima gefallen. Qiara jedenfalls träumte abends selig japsend...
Almut Rosenfelder für die RG Süd

















































DANKE an Isolde und Albert Laib sowie Almut Rosenfelder für die vielen tollen Bilder (die Auswahl viel mir sehr schwer).
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