
Vom 30. September bis zum 02. Oktober 2011 fand in Niederelvenich unter Leitung von Ingo Kremer, Ausbildungsleiter im DVG und Leistungsrichter im DHV, ein Ausbildungswochenende zum Thema "Fährte" statt.
Am Freitagnachmittag reisten wir mit unterschiedlichen Erwartungen an. Allein die Liste der mitzubringenden Gegenstände hatte so manchen bereits in eine Art Unruhezustand versetzt.


Ein Spaziergang läutete das Wochenende ein. Der erfahrene Ausbilder hatte uns dabei schon fest im Blick und der Auftritt von 18 Hovis und noch mehr Menschen gab ersten Anlass für den ein oder anderen Tipp. Nach gegenseitiger Vorstellung folgte eine theoretische Einführung in die Fährtenarbeit, die uns staunen ließ: mehr als 200 Millionen Riechzellen zieren die Nasen unserer Hunde und bis zu 300 Mal pro Minute atmen sie bei der Sucharbeit ein und aus! Diese und noch viel mehr Informationen ließen uns mit Spannung auf die kommenden Tage blicken.

Der Samstag begann herrlich. Für Anfänger in der Fährtenarbeit eigentlich etwas zu warm und auch der Boden etwas zu trocken. Umso größer die Herausforderung. Wir waren bereit!
Unter der Moderation von Ingo Kremer demonstrierte Co-Ausbilderin Renate Rayer mit ihrer erfahrenen Hündin Birka von Fina's Stern das Anlegen eines geeigneten Fährtengeschirrs und das Ablaufen einer Fährte mit diversen Herausforderungen. Wir waren begeistert.


Dann ging es los! Ingo Kremer leitete das erste Team an, prüfte Leckerlis, Leine und Equipment und führte den Hund mit erfahrener Hand in eine zuvor gelegte Fährte. Das sah doch schon ganz gut aus. Von weitem jedenfalls! Denn dann musste jeder selbst vom Ansatzstab weg eine Fährte legen.

Man trampelte Schritt für Schritt sogenannte "Bodenverletzungen" in den Acker und bestückte diese mit ausgesprochen schmackhaften Leckerlis, am besten weich und ohne großes Kauen zu vertilgen.


Eine von Ingo Kremer bereitgestellte Hundeblutwurst erleichterte dabei so einiges. Wir führten unsere Hunde der Reihe nach und unter genauer Anweisung an den Fährtenansatz und bewegten uns, in der einen Hand die Leine, die andere vor der Schnauze des Hundes und selbst mit Nase und Körper fast am Boden kriechend, die Spur entlang vorwärts bis zum "Jackpot", wo am Ende jeder Fährte etwas ganz besonderes auf den Hund wartete. Körperliche Schwerstarbeit zuerst für uns. Merke: nur wenn der Mensch das Handwerkszeug beherrscht, wird der Hund seine Aufgabe perfekt erfüllen können.


Der Ehrgeiz in uns war geweckt. Wir sahen schnell, dass unsere Hunde riesigen Spaß an der Arbeit hatten. Das spornte alle an. Jeder wollte es beim nächsten Versuch immer wieder besser machen. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten und bereits am Nachmittag sah man die ersten Menschen wieder aufrecht gehen und man verstand, dass die Super-Spürnase Hovawart den Dreh schnell raushaben würde. Ingo Kremer bescheinigte der Gebrauchshunderasse Hovawart einen "Super-Job".
Die Sucharbeit ist für unsere Hovis aber nicht nur Spaß, sie verlangt ihnen ein Höchstmaß an Konzentration ab und so durften wir sie auch nicht überfordern. Gute Gelegenheit, das während der Übungen gedrehte Videomaterial auszuwerten und jedem Einzelnen, Hilfe und Hinweise für die weitere Arbeit zu geben. Eine Frage- Antwort-Runde beendete den ersten Ausbildungstag. Der Abend bei herrlichem Wetter stand unter dem Motto "Grill & Chill". Es gab ja auch genug zu erzählen!
Der zweite Tag begann wie der erste endete: Sonne satt, fast kein Wind und trockener Boden. Heute sollten wir das gestern Gelernte festigen und machten uns mutig und bestens gelaunt "in die Spur". Den Ansatzstock gesteckt, die Fährte gelegt und den Hovi richtig motiviert.




Über Nacht hatten sich die gemachten Erfahrungen so weit gesetzt, dass alle, und auch der Ausbilder, mit den Ergebnissen hoch zufrieden sein konnten. Selbst unsere Kleinsten im Welpenalter absolvierten eine kurze Fährte. Wir lernten: schon ab der 9. Woche kann und sollte die Ausbildung für einen späteren Fährtenhund beginnen.
Im Abschlussgespräch gab es weitere Hinweise und Tipps für die Fortführung der Fährtenarbeit.

Wie weit man es bringen kann, zeigten auch Betty und Elfie aus Haltern, die zwischendurch mit ihren Hunden immer wieder anspruchsvolle Fährten demonstrierten.
Am Ende eines erlebnisreichen Wochenendes trugen die Felder rund um den Hundeplatz in Niederelvenich hunderte Spuren menschlicher Füße, eine Vielzahl mehr aber noch von den fleißigen Pfoten unserer Hovawarte.
Wir bedanken uns bei Ingo Kremer, Renate Rayer und allen Helfern für ein perfektes Wochenende!
Gern mehr davon!
Antje Schumacher