Hovi Rallye 2010

Am Samstag, den 24. April, 2010 lud Iris Doktor zum fünften Mal zu ihrer inzwischen fast legendären Rallye ein. Für uns waren es 500 Kilometer stressige Anreise, aber wir wollten doch endlich mal dabei sein: ich, Almut Rosenfelder, mein Mann Ottmar, die Corgis Foxy und Agnes sowie natürlich Hovawarthündin Qiara.

Rechtzeitig trafen wir am Startplatz beim Café Bolten ein und wurden pünktlich als Gruppe 5 auf die Strecke geschickt. Mit uns marschierten Armin und Natascha mit dem schwarzmarkenen Champ, einem freundlichen, 2-jährigen Rüden, sowie Denise Gaudy, Züchterin aus der Schweiz, mit Qiaras Schwester Querida.

Vor dem ersten Posten bildete sich gleich ein Stau, denn dort fehlte ein Helfer. Bei herrlichstem Wetter konnte man sich aber die Wartezeit mit Erzählen und Bekanntmachen gut vertreiben. Dann ging es los. Man sollte mit dem Hund zwischen den Beinen eine Stecke gehen. Ich musste mich bei Agnes ziemlich bücken, um sie mit dem Finger als "Target" zu locken, Qiara liebt diese Übung ganz besonders.

Dann wurde es lustig für die Zuschauer: die Hundeführer saßen mit blickdichten Schwimmbrillen auf der Bank und mussten sich entscheiden, welcher der ihnen zum Betasten vorgeführten Hunde der ihrige war.

Na, wenn alle "nicht meiner!" ins Tierheim gewandert wären oder jeder den Hund hätte mitnehmen müssen, den er als seinen Schatz identifiziert hatte, hätte es wohl einige lange Gesichter gegeben. Die Hunde ließen das Befingern friedlich, wenn auch leicht erstaunt, über sich ergehen. Nun musste jeder - wie an jedem der neun Posten - noch Fragen beantworten. Da hätte ich wohl mal öfters ins Kino gehen sollen, denn neben Fachfragen zum Hund gab es jeweils das Thema "Film und Fernsehen"...

Am nächsten Posten war Agnes gleich die komplette Fehlbesetzung. Ein bimmelndes Plüschgerät sollte apportiert werden. Apportieren konnten wir diesem Hund trotz aller Bemühungen in acht Jahren nicht schmackhaft machen. Leichter war es nicht, einen Leckerli-Ball eine Rampe entlang zu rollen. Die Hunde sahen keinen Sinn darin konsequent von A nach B zu schubsen. Man hampelte und deutete, Anfassen war nicht erlaubt.

Posten drei war mein Favorit: hier wartete ein Kettcar mit Anhänger auf Fahrgäste. Qiara stieg ein, ließ die Rute lässig aus dem Anhänger hängen und genoss die Fahrt mit Herrchen inklusive Ehrenrunde. Queride fand den Anhänger weniger vertrauenserweckend und stieg lieber gleich wieder aus. Im zweiten Anlauf klappte es, wobei Denise sie doch vorsichtshalber in graziöser Verrenkung am Halsband hielt. Champ wollte gar nichts von dieser Transportart wissen.

Die Corgis wiederum lieben alle Arten von Fahrzeugen und wären auch für den Rest der Rallye sitzen geblieben.

Die nächste Station zeigte wie pflichtbewusst Hovawarte apportieren - eher lässig nahmen sie ein Bällchen, ließen es unterwegs noch mal fallen und brachten es dem Menschen, der sich vor Freude schier überschlug. Das Bällchen wurde auf einer wackeligen Unterkonstruktion auf ein Rollbrett gelegt, welches der Hund auf einer vorgezeichneten Route ins Ziel ziehen sollte. Mein Tipp: das nächste Mal Backsteine nehmen, die kullern nicht bei der kleinsten Unebenheit davon. Aber genau darum ging es leider.

Inzwischen waren bestimmt alle Hunde am Verhungern, weshalb nun Leckerlis vor ihren Augen in Plastikboxen, Fläschchen und Griffelkästen versenkt wurden. Erstaunlicherweise meisterten alle Hunde alle Aufgaben. Und Helferin Susanne hatte auch noch sämtliche Finger...

Liegenbleiben unter Ablenkung war das nächste Thema. Der Hund wurde in einem Kreis abgelegt und bis zum Hals zugedeckt. Nun sollte er die Decke loswerden, ohne den Kreis zu verlassen. Erneut wurde er hingelegt, bekam nun einen leeren Napf vor die Pfoten gestellt und musste zusehen, wie sein Mensch ein Ringlein Frolic nach dem anderen umständlich mit Essstäbchen vom Rand des Kreises in den Napf transportierte. Aufessen verboten, bäh.

Es war ein wunderbar warmer Frühsommertag. Die Hunde nahmen gerne ein Bad in der idyllischen Schwalm. Planschen ist halt was Feines. Aber, oh Schreck, an der nächsten Station sollte der Hund doch tatsächlich für drei Sekunden mit allen vier Pfoten in wassergefüllten Schalen stehen!

Da half nur Engelsgeduld - und die nicht bei allen. Die Corgi-Methode übrigens geht anders: man stellt die Schüsseln hin, hebt den Hund passgenau hinein, bestätigt dem fassungslosen Hund, dass man es ernst meint und lässt los. Vermutlich hatten die Hunde längst gespürt, dass die viele Sonne zu geistigen Ausfällen bei den Menschen geführt hatte...

Der achte Posten war etwas für die sportlichen Spürnasen. Hürdensprung und Slalomlauf mit  Leckerlisuche im Strohhaufen, das war lustig. Kopfüber wühlte man sich zu den Keksen durch.

Nach knapp vier Stunden kamen wir zurück zum Start, wo noch eine ganz fiese Aufgabe wartete: Memory. Iris hatte aus ihrem Fundus ein Sortiment verwirrend ähnlicher Bilder ausgewählt. Der Hund lag in der Mitte eines Kreises aus Memory-Fliesen, der Mensch verwechselte "Kosta mit Blümchen" und "Kosta ohne Blümchen" oder "vier Blonde sitzend" mit "vier Blonde liegend". Peinlich, peinlich.

Zur Belohnung nach all diesen Aufgaben gab es nun gesponserten Eintopf und /oder köstliche Torte, bis es schließlich an die Rangverkündung ging. Zunächst aber gab es riesengroßen Applaus für die fleißigen Helfer, ohne die so eine Veranstaltung gar nicht möglich wäre! Von Platz 37 beginnend wurde vorgelesen. Jeder bekam ein Päckchen mit Hundeleckereien. Dann wurde es zunehmend spannend, wer wohl einen der drei Pokale ergattern würde: Platz 3 ging an Denise Gaudy mit Querida, Platz 2 hatte gänzlich unerwartet Agnes erreicht, und der Sieg ging an Anja Sendes-Domin mit Juni. Der wundervolle Tag klang nun noch mit einem gemeinsamen Abendessen aus. Während die Menschen sich so viel zu erzählen hatten, lagen die Hunde erschöpft unter den Tischen.

Vielen, vielen Dank an Iris und ihre tolles Helferteam für diesen rundum gelungenen Tag!