
... seit zehn Jahren sehen alle rot!
Am 06. August 2011 fand das traditionelle Sommerfest auf dem Übungsplatz der Hundefreunde Niederelvenich statt.
In diesem Jahr meinte der Wettergott es leider nicht so gut und pünktlich zu Beginn öffnete der Himmel seine Schleusen. Der Regen wurde nur durch kurze Pausen unterbrochen. Den Vierbeinern war dieser Umstand eh egal und die Zweibeiner hatten sich schnell daran gewöhnt, so dass der Tag mit viel Spaß begangen wurde.
In diesem Jahr hatten sich das Organisatorenteam um Heidi Fahnenschreiber ein neues Konzept ausgedacht. Um die Gruppen kleiner zu halten, wurden erstmals fünf Gruppen ausgelost: Die Rote, die Blaue, die Grüne, die Gelbe und die Orange.
Durch das Losverfahren waren nicht nur die Gruppen bunt, sondern auch Mensch und Hund waren bunt gewürfelt. So traten Hovawarte gemeinsam mit Malinois, Australian Shepherd, Jack Russell, Bouvier, Deutschen Schäferhunden und Schnauzern an. So vielfältig wie die Hunde waren diesmal auch deren Menschen. So traten die Mitglieder eines Obedience-Teams aus Zülpich, die Mitglieder der Hundefreunde Niederelvenich, "Hovawart-Menschen" aus der HZD und dem RZV oder einfach nur Hundeverrückte bunt gemischt gegeneinander, füreinander an.


Im ersten Teil des Parcours wurde der "Gehorsam" der Vierbeiner sowie die "Geschicklichkeit" der Zweibeiner abgefragt. An vier Stationen wurden die unterschiedlichsten Dinge verlangt, die so manchen Mensch zum Nachdenken brachten und mancher Hund fragte sich: Warum muss ich immer alles können, wenn mein Chef auch nicht alles kann?
An den verschieden Stationen konnte man gut erkennen, welche Mensch-Hund- Beziehung ein wirkliches Team bilden.
An der ersten Station bekam der Hund einen "Hunderucksack" angezogen, welcher dann mit vier 0,5 Liter Wasserflaschen gefüllt wurde. So ausgestattet musste der Hund dann in Begleitung seines Besitzers zu einem Podest gehen und ein unter einem Pylon verstecktes Leckerchen finden.
Dies natürlich in einer vorgegeben Zeit, wie bei allen Stationen.
Bei der zweiten Station wurde der Hund in einem Karree abgelegt und sollte nach Möglichkeit dort liegen bleiben, während sich der Besitzer zu einer bereit gestellten Sandmuschel entfernte. An der Muschel angekommen, wurde der Hund dann abgerufen und sollte die trichterförmige Laufbahn zur Muschel nicht verlassen. An der Muschel angelangt, musste der Hund dann in die Muschel steigen und "Sitz" machen.


Die dritte Station stellte eine besondere Herausforderung an Mensch und Hund. Der Hund musste mit fünf Leckerchen nacheinander gefüttert werden. Die Leckerchen durften aber nur mit zwei Crispinistangen, gehalten wie chinesische Essstäbchen, gereicht werden. Am Ende mussten aber noch die Crispinistangen übrig geblieben sein. Wohl dem, der nicht so einen gefräßigen Partner hat.


Ans Schwitzen kam so mancher bei der vierten Station. An einer Linie musste der Hund an der rechten Seite seines Besitzers "Sitz" oder "Platz" machen. Nun musste der Besitzer fünf Bälle in einen etwa fünf Meter entfernten Eimer werfen und der Hund durfte die Linie nicht überschreiten. Sollten nicht gleich beim ersten Versuch alle Bälle im Eimer gelandet sein, so musste der Hundeführer die Bälle einsammeln und der Hund durfte weiterhin die Linie nicht überschreiten.
Durch ein ausgeklügeltes Punktesystem wurden die erreichten Punkte der einzelnen Paare zu einem Gruppenergebnis addiert.
Nach dem ersten Teil durften die Aktiven und die zahlreichen Zuschauer in die verdiente Kaffeepause. Im Vereinsheim der Hundefreunde Niederelvenich warteten schon verschiedene Kuchen und Torten, die die "Frauenmannschaft" mit viel Liebe gebacken hatte. Wir sagen vielen lieben Dank!
In Anbetracht der Witterung wurde beim zweiten Teil im Parcours auf die Zeitmessung verzichtet. Das Wohl der Hundeführer hatte hier Vorrang.
"Drunter und Drüber" war hier das Motto. Es galt für Hund und Hundeführer gemeinsam, die Hindernisse auf der abgesteckten Bahn zu überspringen oder durch Ringe und Tunnel zu kriechen.
Um Sonderpunkte zu erzielen, musste der Mensch im Team ein gekochtes Ei auf einem Löffel über die gesamte Bahn balancieren.


Weitere Sonderpunkte gab es für eine Denksportaufgabe. Zwischen den Hindernissen waren unter Schüsseln je zwei Gegenstände versteckt.


Insgesamt waren somit zehn Gegenstände zu behalten. Um aber die Punkte zu erreichen, mussten sie in der richtigen Paarung genannt werden. Auch für die Hunde gab es eine Sonderaufgabe zu erfüllen. Am Ende der Bahn stand eine Schüssel mit einer Wurst auf dem Boden. Der Hund sollte die Wurst nun fressen. Das einzige Hindernis: die Schüssel war mit Wasser gefüllt.
Auch hier wurden die Punkte der einzelnen Paare addiert und zum Gesamtgruppenergebnis gerechnet.
Nun ging es zum dritten Teil des Parcours: Das Hunderennen!
Auf zwei Bahnen starteten jeweils Rüde und Hündin gegeneinander. Am Ende wartete der Hundeführer und feuerte seinen Vierbeiner mit allen Mittel an. Hier wurde nicht nach Rasse unterschieden. Es galt "Jeder gegen Jeden". Der Verlierer schied aus, der Gewinner durfte weitermachen, solange bis nur noch zwei übrig waren. Die Punkte vom Gewinner und Vize wurden den Gruppenergebnissen hinzugerechnet.
Für die Vierbeiner ging nun ein aufregender und erfüllter Tag zu Ende. An alle teilnehmenden Hunde, die natürlich die tollsten Hunde der Welt sind, muss ein großes Lob ausgesprochen werden. Der Tag verlief ohne Rauferei sehr friedlich.
Die Zweibeiner hatten nun noch die letzte Aufgabe zu bestreiten:
DHNSDSG oder: Die Hundefreunde Niederelvenich suchen die Super-Gesangsgruppe.
Bevor jede Gruppe in den Parcours starten durfte, musste sie auf eine bekannte, frei wählbare Melodie ein Lied texten. Dieses Lied musste nun von der Gruppe den anderen Teilnehmern und Zuschauern vorgetragen werden. Nach anfänglichem verschämten Zögern - wie üblich - trillerten alle Gruppen frei und fröhlich ihr Liedchen.




Eine Jury entschied über die Platzierungen, welche dann über die Punkte entschied. Die gelbe Gruppe legte hier noch, auf der bekannten Melodie von "Yesterday", einen Endspurt ein und gewann den Songkontest mit folgendem Lied:
Hovawart, eine Rasse, die hier jeder mag, auch an diesem nassen Regentag.
Egal, denkt sich der Hovawart.
Sommerfest, an dem es Petrus extra regnen lässt.
Hund und Mensch sind völlig durch genässt, so wünscht man sich ein Sommerfest.
Heidi, warum bist du klein und so gemein? Schickst uns trotzdem über Stock und über Stein.
Scheißegal, haben wir denn eine andere Wahl?
Gibt´s doch gleich ein leckeres Abschlussmahl, die Kalorien sind scheißegal.
Sie musste sich jedoch der roten Gruppe geschlagen geben, die wie in den letzten neun Jahren den Gesamtsieg erzielte, obwohl deren Mitglieder natürlich immer andere Personen waren.
Das "Sommerfestkomitee" denkt darüber nach im nächsten Jahr keine roten Bänder zu verteilen, damit die anderen Farben in Zukunft auch eine Chance haben. Als Ersatzfarbe schlage ich Bordeauxrot vor und melde mich vorsorglich schon einmal für diese Gruppe an.
Nach der Siegerehrung ging es nun zum gemütlichen Teil. Die "Küchenchefinnen" hatten ein besonderes Salatbuffet mit ausgefallenen und gewagten Kreationen, die alle vorzüglich schmeckten, aufgebaut. Der Grillmeister Rolf versorgte alle mit frisch gegrillten leckeren Würstchen und Steaks. Auch für die flüssige Nahrung wurde bestens gesorgt. Hier gilt der besondere Dank den vielen fleißigen Helfern, die dieses Sommerfest wieder ermöglichten. Im gemütlichen Vereinsheim der Hundefreunde Niederelvenich wurde dann noch bis in die Morgenstunden getagt, so dass wir uns alle schon auf das nächste Jahr freuen.
Christian Michalzik