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Text: Eva Heumann

Foto: Alexandra Rickens

Redaktion: TIK

 

Cobys Körung am 10. Mai 2025 in Hamburg-Billwerder 

Nach bestandener Verhaltensbeurteilung II und Verhaltensbeurteilung III sowie drei erfolgreichen Ausstellungen mit den Bewertungen „Sehr gut“ beziehungsweise „Vorzüglich“ haben wir Coby (Cywen von der Jünglingshöhe) zur Körung angemeldet. Er ist für mich ein ausgesprochen typischer Hovawart und bringt die Eigenschaften mit, die diese Rasse so besonders machen. Besonders seine Menschenbezogenheit und seine freundliche Art sind Eigenschaften, die ich gerne durch die Zucht weitergeben lassen würde. 

 

Die Körung fand am 10. Mai auf dem wunderschönen Gelände in Hamburg-Billwerder statt. Zur Körung gemeldet waren insgesamt fünf Rüden und vier Hündinnen. Am Ende des Tages konnten sieben Hunde die Körung erfolgreich bestehen; ein Rüde und eine Hündin erfüllten die Anforderungen nicht. 

 

Begleitet wurde die Veranstaltung von Zuchtrichterin Antje Jatzak und Körhelferin Maike Bornholdt. Als bei der Zuchtrichterin hospitierender Körmeister war außerdem Paul Bensemann neben den Körmeisterinnen Britta Hansen und Anette Grommé vor Ort. 

 

Was passiert eigentlich bei einer Körung? 

Die Körung beginnt – ähnlich wie die Verhalten II, die Verhalten III und eine Ausstellung – mit der Beurteilung des Phänotyps. Allerdings erfolgt diese deutlich detaillierter und strenger als auf einer Schau. Die Zuchtrichterin nimmt den Hund sehr genau unter die Lupe und bewertet sämtliche Körpermerkmale einzeln. 

 

Anschließend folgt der Verhaltensteil. Dieser ähnelt in vielen Bereichen der Verhalten III. Der Hund durchläuft verschiedene alltagsnahe Situationen, die seine Belastbarkeit, sein Wesen und sein Verhalten gegenüber Umweltreizen und Menschen zeigen sollen. 

 

Der Ablauf umfasst unter anderem die Chipkontrolle, das Überqueren einer Plane, Begegnungen mit Einzelpersonen, Menschen mit Gehhilfen, das Passieren von optischen und akustischen Reizen, das Durchqueren verschiedener Menschengruppen und Gassen, das Verhalten bei überraschenden Situationen, das Abrufen durch eine Menschengruppe hindurch, das Verhalten gegenüber einer bedrohlich auftretenden Person, das Bewachen eines Gegenstandes, die Nasenarbeit, die Vermessung des Hundes sowie abschließend die Schussüberprüfung. 

 

Die Übungen sollen dabei nicht einen „perfekten“ Hund zeigen. Vielmehr wird bewertet, ob der Hund die Situationen angemessen einschätzt, kommuniziert und weder unangemessen ängstlich noch unangemessen aggressiv reagiert. 

 

Der große Tag 

Obwohl wir bereits einige Veranstaltungen gemeinsam gemeistert hatten, war ich an diesem Morgen ziemlich nervös. Vielleicht lag es auch daran, dass wir direkt als erstes Team in den Ring durften. Coby schien meine Aufregung 1:1 zu teilen – seine Ohren hatte er, wie so oft in aufregenden Situationen, weit nach hinten gezogen.

 

Im Phänotypteil zeigte er sich von einer sehr guten Seite und absolvierte diesen Teil erfolgreich. Mit einer Größe von exakt 67 cm liegt er genau in der Mitte des gewünschten Größenbereichs. Besonders hervorgehoben wurden seine sehr schön getragene Rute sowie seine blitzblanken weißen Zähne. Insgesamt konnten wir mit diesem ersten Teil ziemlich zufrieden sein.

 

Nach der Beurteilung des Phänotyps verließen wir den Ring zunächst wieder. Während die weiteren vier Rüden und vier Hündinnen beurteilt wurden, hatten wir Pause. Diese Zeit nutzte ich, um Coby möglichst viel Ruhe zu gönnen. Anschließend wurden alle Teilnehmer zum Verhaltensteil wieder in den Ring gebeten.

 

Zu Beginn der Verhaltensbeurteilung wurde das Gangwerk überprüft. Hier zeigte Coby zunächst sein bekanntes kleines „Hopsen“, das er gerne am Anfang zeigt, wenn er etwas aufgeregt ist. Nach einigen Runden fand er jedoch in seinen Rhythmus und präsentierte ein sauberes Gangbild.

 

Die Chipkontrolle, der Sprung über die Hürde und das Überqueren der Plane verliefen problemlos. Auch das Anfassen durch die Körmeisterin, den Körmeister und die Körhelferin war überhaupt kein Problem. Das kennt Coby nicht nur, er mag es sogar ausgesprochen gerne.

 

Die weiteren Umweltsituationen meisterte er souverän. Weder die Helferin mit den Krücken noch die plötzlich aufstehende Körhelferin, der Besen auf der Betonplatte oder der rollende Fußball konnten ihn nachhaltig beeindrucken.

Das überrascht mich eigentlich nicht. Coby lebt mit uns in einer fünfköpfigen Familie mit drei Teenagern und einem Kater. Wir wohnen innenstadtnah und in unmittelbarer Nähe einer Kita und einer Grundschule. Kinder, Bewegung, Lärm und wechselnde Situationen gehören für ihn ganz selbstverständlich zum Alltag.

 

Auch außerhalb unseres Wohnumfelds sammelt er regelmäßig Erfahrungen. Er begleitet mich häufig in die Innenstadt, fährt Bus und Straßenbahn – wobei er die Straßenbahn wegen des Geruckels bis heute nicht besonders schätzt – und kennt belebte Umgebungen sehr gut. Besonders gerne begleitet er mich ins Büro. Dort hat er sich längst einen festen Fanclub aufgebaut. Seine Lieblingsbeschäftigung besteht darin, von Büro zu Büro zu wandern und sich Streicheleinheiten abzuholen. Selbst die vermeintlich coolen Jungs werden plötzlich weich und gesprächig, sobald Coby auftaucht.

 

Entsprechend gelassen absolvierte er auch die Übungen mit Menschenmengen, die bewegten und engen Gassen sowie die optischen und akustischen Einflüsse. Das Durchlaufen der Menschengruppen, das ruhige Stehen im Kreis und die verschiedenen Begegnungssituationen meisterte er unaufgeregt und sicher.

Besonders gespannt war ich auf die Übung, bei der der Hund durch einen Menschenbogen zum Hundeführer gerufen wird und die Personen sich plötzlich zum Hund umdrehen. Auch diese Situation nahm Coby gelassen an.

Ebenso unbeeindruckt zeigte er sich beim Kreis mit Bobbycar und weiteren optischen sowie akustischen Reizen. Wie viele andere Hunde beobachtete er aufmerksam, was außerhalb des Kreises geschah, blieb dabei aber jederzeit ruhig und kontrolliert.

Bei den beiden Bedrohungssituationen zeigte er genau das Verhalten, das ich mir von ihm wünsche: aufmerksam, klar in seiner Kommunikation und jederzeit angemessen. Weder Unsicherheit noch übertriebene Härte waren zu erkennen. Die Nasenarbeit erledigte er zuverlässig und fand sein verstecktes Leckerchen problemlos.

 

Am Ende des Tages erhielten wir im Verhaltensteil in allen bewerteten Punkten die bestmögliche Beurteilung. Mehr kann man sich als Hundeführer kaum wünschen. Ein rundum gelungener Tag.

Besonders positiv in Erinnerung bleiben mir die tolle Atmosphäre und die netten, offenen Menschen vor Ort. Antje Jatzak, Maike Bornholdt und Paul Bensemann erklärten die einzelnen Übungen ausführlich und verständlich. Obwohl viele Teilnehmer zum ersten Mal bei einer Körung starteten, fühlte man sich jederzeit gut aufgehoben. Ich bin in solchen Situationen eindeutig der Laie. Umso angenehmer war es, dass Fragen offen beantwortet wurden und man stets auf Augenhöhe miteinander sprach.

Die vielen lockeren Sprüche, das gemeinsame Lachen und die durchweg freundliche Stimmung auf dem gesamten Platz machten den Tag für Coby und mich zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

Bei aller Freude über das Ergebnis darf man aber nicht unterschätzen, wie anstrengend ein solcher Tag für die Hunde ist. Obwohl ich Coby in den Pausen immer wieder abseits des Geschehens am Auto geparkt habe, damit er Ruhe finden konnte, und unnötige Aufregung möglichst vermieden wurde, hat die Körung ihn viel Kraft gekostet. Zu Hause angekommen, fiel er praktisch nur noch auf sein Fell und war für den Rest des Tages „fertig mit der Welt“. Tatsächlich hat er mehrere Tage gebraucht, um sich vollständig von den vielen Eindrücken, den Anforderungen und der dauerhaften Konzentration zu erholen. Gerade das zeigt, wie anspruchsvoll eine Körung für die Hunde ist – auch dann, wenn sie die einzelnen Situationen scheinbar mühelos meistern.

 

Nun stehen noch einige letzte Schritte auf dem Weg zur möglichen Zuchtzulassung an.

Das Züchterseminar wartet noch auf einen passenden Termin, außerdem werden wir die noch ausstehenden Untersuchungen auf Schilddrüse und DM durchführen lassen. Zusätzlich informiere ich mich derzeit über Möglichkeiten zur Untersuchung der genetischen Vielfalt im Einklang mit den Vorgaben des HZD.

 

Eigentlich hatten wir nie geplant, mit Coby züchterisch aktiv zu werden. Aber manchmal entwickelt sich ein Weg anders als gedacht. Oder wie ein Freund meines Sohnes es einmal treffend formulierte: „Coby ist einfach ein Prachtköter.“ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Wenn es nach unseren Nachbarn, einigen Kolleginnen und Kollegen aus meinem Büro in Bremen und dem Freund meines Sohnes geht, werden zukünftige Coby-Kinder jedenfalls schon jetzt mit großer Spannung erwartet.

 

Cywen von der Jünglingshöhe gen. Coby während seiner Körung in Hamburg Billwerder

 Cywen von der Jünglingshöhe, gen. Coby, stellt sich der

 Zuchtrichterin Antje Jatzak vor.

 

Hier noch einmal alle Ergebnisse der Körveranstaaltung am 10.05.2026 in Hamburg Billwerder.